Nachteilsausgleich

Wer hat Anspruch auf Nachteilsausgleich?

Unter dem Begriff „Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung“ werden Massnahmen verstanden, die behinderungsbedingte Nachteile ausgleichen sollen. Es geht dabei um die Anpassung der Bedingungen, unter denen Lernen oder Prüfen stattfinden. Insgesamt müssen jedoch alle  Bildungsziele der Ausbildung erreicht werden. Es muss möglich sein, den Beruf trotz Beeinträchtigung auszuüben.

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Nachteilsausgleich kann für die Dauer der Ausbildung oder nur für das Qualifikationsverfahren oder die Berufsmaturitätsprüfungen beantragt werden, ungeachtet der Ausbildungsstufe (EBA, EFZ, BM).

 

Abklärung – anerkannte Fachstellen

Die Art der Behinderung / Störung bestimmt die zuständige Abklärungsstelle:

  • Seh-, Hörbehinderung und andere körperliche Behinderung: Arzt
  • Dyslexie (Legasthenie), Dyskalkulie: SAB (Schulische Abklärung und Beratung)
  • Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-) Störung AD(H)S: KJPD, eventuell weitere vom KJPD empfohlene Institutionen
  • Psychische Behinderung: KJPD, Facharzt für Psychiatrie 
  • Autismus-Spektrum-Störung: KJPD, Facharzt für Psychiatrie
  • Dyspraxie: Facharzt

Wichtig

  • Ein Nachteilsausgleich wird gewährt, wenn die Art der Behinderung die Ausübung des Berufes nicht verhindert oder massgeblich beeinträchtigt. Können die Kernkompetenzen des Berufs trotz Nachteilsausgleich nicht erfüllt werden, muss die Berufswahl überdacht werden.
  • Personen mit nachgewiesenen Behinderungen haben Anspruch auf einen angemessenen Nachteilsausgleich im Unterricht der Berufsfachschule respektive der Berufsmaturitätsschule und in den überbetrieblichen Kursen – falls diese sich über die Erfahrungsnoten auf das Qualifikationsverfahren auswirken.
  • Nachteilsausgleich kann beantragt werden für das Qualifikationsverfahren und für die Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Berufsmaturität.
  • Die Behinderung muss von einer anerkannten Fachstelle (siehe oben) bestätigt werden. Der Nachweis darf nicht älter sein als zwei Jahre.
  • Die benötigten Gesuche und Gutachten sind rechtzeitig vor Inanspruchnahme des Nachteilsausgleichs im Hinblick auf Promotionsentscheide und Prüfungen einzureichen.
  • Mangelnde Sprachkenntnisse berechtigen nicht zu einem Nachteilsausgleich.

 

 

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