Richtlinien

1. Obligatorium der Qualifikationsverfahren

  • Jeder Lernende ist verpflichtet, die Qualifikationsverfahren zu absolvieren.
  • Der Lehrmeister hat dem Lernenden die für die Prüfungen die notwendige Zeit ohne Lohnabzug freizugeben. Prüfungszeit = Arbeitszeit.
  • Die Zustellung der Prüfungsaufgebote an die Lehrbetriebe zuhanden der Prüflinge gilt als verbindliches Aufgebot für die Lehrabschlussprüfung, die Teilprüfung sowie für die Schlussarbeit bei Anlehren.

2. Dispensation

  • Als Entschuldigung für das Fernbleiben von Prüfungen gilt einzig eine ärztlich bescheinigte Krankheit oder bescheinigter Unfall sowie der Tod eines nahen Familienangehörigen. In jedem Falle ist dem Prüfungssekretariat der Prüfungskommission für gewerbliche und industrielle Berufe, Ringkengässchen 18, 8200 Schaffhausen, unverzüglich Meldung zu erstatten.

3. Unentschuldigtes Fernbleiben / Abmelden

  • Wer unentschuldigt der Prüfung fernbleibt oder sich kurzfristig abmeldet, hat für die effektiv angefallenen Kosten aufzukommen. Im Minimum wird eine administrative Gebühr von Fr. 200.– erhoben. (BBG Art. 41 Abs.2).
  • Eine Abmeldung ohne Kostenpflicht hat bis spätestens 1. April der jeweiligen Prüfungsperiode zu erfolgen.

4. Praktische Prüfung

  • Zu den praktischen Prüfungen haben die Prüfungskandidatinnen je nach Berufsart die üblichen Arbeitskleider sowie die, laut Sonderaufgebot angegebenen Utensilien, mitzubringen.
  • Die Prüfungskandidatinnen in den Berufen der Zerspanung und/oder der Montage haben eine Schutzbrille sowie ihre persönlichen Messwerkzeuge mitzubringen. Die Schutzvorrichtungen sind vorschriftsgemäss zu verwenden.
  • Sofern keine anderen Weisungen bestehen, bestimmen die Chefexpertinnen über die Verwendung von zulässigen Hilfsmitteln.

5. Schulprüfung

  • Zur Absolvierung der Schulprüfung müssen die notwendigen Schreib- und Zeichengeräte selber mitgebracht werden. Im Lernbereich Sprache/Kommunikation ist der Duden Band 1 zugelassen. Über die Verwendung von elektronischen Hilfsmitteln (Taschenrechnern, Notebooks, Natels u.a.) verweisen wir auf die Richtlinie auf Seite 7.

6. Prüfungsordnung

  • Die nach dem Programm oder von den Experten vorgeschriebenen Prüfungszeiten sind einzuhalten.
  • Kandidaten, die unbegründet unpünktlich erscheinen, sich undiszipliniert verhalten, unerlaubte Hilfsmittel verwenden oder den Anordnungen der Experten nicht Folge leisten, werden von der Prüfung ausgeschlossen. Für die Kosten einer aus obigen Gründen verursachten Nachprüfung muss der Kandidat selbst aufkommen.

7. Prüfungsarbeit

  • Die Aufgabenstellung und das erforderliche Material werden den Kandidaten bei Beginn der Prüfung abgegeben.
  • Alle Instruktionen, welche für die Ausführung der Prüfungsarbeit notwendig sind, dürfen nur durch die Experten abgegeben werden.
  • Die im Kandidatenverzeichnis jeweils links vom Namen angegebene Nummer ist nach Anweisung der Experten zur Bezeichnung der Prüfungsarbeiten zu verwenden.
  • Die praktische Prüfungsarbeit gehört grundsätzlich der materialliefernden Stelle. Über die Abgaben der Prüfungsarbeit an die Kandidaten entscheiden in Zusammenarbeit mit der Prüfungskommission die zuständigen Chefexperten. Bei nicht verderblichen Prüfungsarbeiten ist die gesetzliche Rekursfrist zu beachten.

8. Notengebung

Die Notengebung erfolgt gemäss den entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsreglementen, bzw. den Verordnungen über die berufliche Grundbildung im jeweiligen Beruf.

9. Wiederholung der Prüfung

Hat die Kandidatin die Prüfung nicht bestanden, so kann diese nach einem Jahr wiederholt werden. Besteht sie die Prüfung zum zweiten Mal nicht, so wird sie frühestens nach einem weiteren Jahr zur zweiten Wiederholungsprüfung zugelassen. Bei Wiederholungsprüfungen werden nur die ungenügenden Qualifikationsbereiche geprüft. Auf Gesuch einer Repetentin können auch bestandene Qualifikationsbereiche wiederholt werden. Für die Berechnung der Gesamtnote gelten die neuen Noten.

10. Beschwerden

Beschwerden, die sich auf die Durchführung der Prüfung beziehen, sind innert 20 Tagen nach Eröffnung des Prüfungsergebnisses an die Prüfungskommission für gewerbliche und industrielle Berufe, Ringkengässchen 18, 8200 Schaffhausen, zu richten. Diese sind schriftlich einzureichen und zu begründen.

11. Einsprache gegen Prüfungsnoten

Gegen ungenügende Prüfungsnoten kann vom Prüfling bzw. seinem gesetzlichen Vertreter oder dem Lehrmeister innert 20 Tagen nach Erhalt der Noten bei der Prüfungskommission für gewerbliche und industrielle Berufe Einsprache erhoben werden. Die Einsprache ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Siehe §73 der Verordnung zum Einführungsgesetz zum Berufsbildungsgesetz.

Bitte beachten Sie, dass Verwaltungsverfahren in der Regel kostenpflichtig sind. Bei Unterliegen fallen für die unterliegende Partei üblicherweise Verfahrenskosten von mindestens Fr. 600.– an. Die Entstehung weiterer Kosten bleibt vorbehalten.

Für die Verfahrenskosten kann ein Vorschuss verlangt werden. Bei einem erfolgreichen Rekurs werden Ihnen die Verfahrenskosten zurück erstattet.

12. Fähigkeitszeugnis / Berufsattest

Wer das Qualifikationsverfahren bestanden hat, erhält ein Fähigkeitszeugnis oder ein Eidg. Berufsattest. Diese werden von der kantonalen Behörde ausgestellt.

Kandidatinnen, welche den „Rang“ erreichen, also mit einer Schlussnote von 5,3 und mehr abschliessen, erhalten vom Kanton eine Anerkennungsurkunde.

13. Anlehrschlussarbeiten / Ausweis

Zur Beurteilung des Ausbildungserfolges haben alle Kandidaten am Ende ihrer Ausbildung eine Anlehrschlussarbeit abzulegen.

Im Anlehrausweis sind die erlernten Tätigkeiten sowie die Anlehrzeit umschrieben, während das kantonale Attest Aufschluss über die erbrachten Leistungen gibt.

14. Teilprüfung

Das Resultat der Teilprüfung wird von der Dienststelle Mittelschul- und Berufsbildung, Abteilung Berufsbildung, eröffnet.

15. Abgabe von Notenausweis und Fähigkeitszeugnis

  • Telefonische Auskünfte über Prüfungsergebnisse werden nicht erteilt.
  • Grundsätzlich werden die Ausweise anlässlich der verschiedenen Lehrabschlussfeiern ausgehändigt.
  • In Berufen ohne Lehrabschlussfeier, werden die Ausweise zur Übergabe an den Lehrbetrieb weitergeleitet.
  • Kandidaten und Kandidatinnen mit nicht bestandenem Qualifikationsverfahren wird das Resultat unverzüglich durch die Prüfungsleitung eröffnet.

16. Hilfsmittel an der Prüfung

Benutzen von Hilfsmitteln
Elektronische Taschenrechner, Tabellen und Formelbücher sowie Unterlagen zur Rechtschreibung dürfen grundsätzlich in allen Fächern der Qualifikationsverfahren verwendet werden. Eine Ausnahme bilden diejenigen Fächer oder Positionen, in denen ausdrücklich keine oder nur andere Hilfsmittel gestattet sind.

Alle Hilfsmittel haben persönlichen Charakter und müssen von der Kandidatin oder vom Kandidaten selbst mitgebracht werden. Sie dürfen nicht zur Benützung an andere Kandidatinnen oder Kandidaten ausgeliehen werden.

Elektronische Geräte an der Prüfung (Agenda, Handy usw.) unterliegen bestimmten Regeln:

  • keine akustischen Töne und visuellen Signale (stört die anderen Prüfungsteilnehmenden),
  • Gespräche mit Hilfe der Geräte sind verboten,
  • nicht an einem Ausgabegerät (z. B. Drucker) angeschlossen,
  • kein Datentransfer,
  • netzunabhängige Geräte.

Vorbehalten bleiben spezielle Weisungen durch die Chefexpertin oder den Chefexperten.

Lerndokumentation
Verschiedene Bildungsverordnungen schreiben die Führung einer Lerndokumentation(Instrument zur Förderung der betrieblichen Bildung) vor, in der die Lernenden wesentliche Arbeitsabläufe, erworbene Fachkenntnisse und Erfahrungen festhalten. Die Benutzung der Lerndokumentation während des Qualifikationsverfahrens wird in der jeweiligen Verordnung festgehalten.

PRÜFUNGSKOMMISSION FÜR GEWERBLICHE UND INDUSTRIELLE BERUFE DES KANTONS SCHAFFHAUSEN

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