Wem gehört der Lehrlingslohn?

Fallbeispiel: Die Mutter ist im Besitz der elterlichen Gewalt, der Sohn jedoch lebt bei den Grosseltern. Die Mutter hat nun den Eindruck, ihr Sohn könne mit dem Lehrlingslohn nicht umgehen und wünscht demzufolge die Auszahlung des Lohnes an ihre Adresse. Sie werde dann besorgt sein, ihrem Sohn ein angemessenes Taschengeld zukommen zu lassen.

Der Sohn ist aber mit dieser Regelung nicht einverstanden und ersucht den Lehrmeister, ihm weiterhin den Lehrlingslohn direkt auszuzahlen. Der Lehrling sichert dem Lehrmeister zu, er sei bis anhin sorgfältig mit dem Geld umgegangen, was auch die Grosseltern bestätigen können.

Fragen zu Situationen dieser Art tauchen immer wieder auf.

Wem gehört er denn nun, der Lehrlingslohn?

Das Zivilgesetzbuch hält zum Thema Arbeitserwerb und Vermögen des Kindes in Art. 323 folgendes fest:

"Was das Kind durch eigene Arbeit erwirbt und was es von den Eltern aus eigenem Vermögen zur Ausübung eines Berufes oder eines eigenen Gewerbes herausbekommt, steht unter seiner Verwaltung und Nutzung".

"Lebt das Kind mit den Eltern in häuslicher Gemeinschaft, so können sie verlangen, dass es einen angemessenen Beitrag an seinen Unterhalt leistet."

Es kann grundsätzlich gesagt werden, dass der Lehrlingslohn dem Lehrling zusteht, da er ihn sich selbst erwirtschaftet hat.

Allerdings geht aus dem Gesetzesartikel auch klar hervor, dass der Lehrling eine Entschädigung für Essen und Wohnen zu entrichten hat.

Wieviel ein "angemessener" Beitrag ist, darüber müssen sich Eltern und Lehrling anhand der jeweiligen Bedingungen selber einigen. Bei der

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